Sabine Maurischat, Konservierung und Pflege von Kulturgut. Ein Leitfaden für die Praxis, transcript-Verlag, Bielefeld 2020

Sachbuch Sende Feedback »
Die Autorin gibt in ihrem Buch einen kompakten, einführenden Einblick in die Arbeitswelt eines Restaurators an Museen und dessen vielfältige Aufgabenbereiche, die neben der klassischen Restaurierung der Objekte auch den Leihverkehr und die Begleitung des Ausstellungsaufbaus mit einschließt. Nach einer Einführung widmet sie sich den verschieden Materialien und deren restauratorischen Besonderheiten. Kurz und prägnant stellt sie die häufigsten Schädlinge und damit verbundene Problematiken für die jeweiligen Materialien vor und deren ersten Maßnahmen zu deren Bekämpfung. Schließlich gibt sie wertvolle Tipps für den Ausstellungsaufbau sowie Beispiele im Anhang zur Dokumentation, weiterführenden Literatur und zu den Zustandsprotokollen. Jeder, der einen ersten Überblick über konservatorische Maßnahmen auch im kleineren Rahmen erhalten möchte, ist mit diesem Buch gut beraten.

Thomas R. Hoffmann, Das fünf x 5 der Architektur. Kunst-Epochen einfach verstehen, Belser-Verlag, Stuttgart 2020

Kunstgeschichte, Sachbuch, Kunst, Architektur Sende Feedback »
In dem kleinen übersichtlich gehaltenen Büchlein gelingt es Hoffmann, dem Leser kurz und prägnant einen Überblick über die typisch in Deutschland vertretenen Kunstepochen zu geben. Das Glossar hilft mit dem Klären von Fachbegriffen, eine Orientierung in der Architektur zu geben. Der Autor greift typische Beispiele auf, die in der Regel bekannt sind, und knüpft damit an vorhandenes Wissen an. Seine Erfahrung im Umgang mit Menschen im Rahmen der Kunstvermittlung kommt ihm dabei zugute. Der Aufbau folgt dem Konzept der größtmöglichen Einfachheit. Jeder, der einen ersten Einstieg in die Architektur als Überblick haben möchte, ist das Buch auch als Geschenk zu empfehlen.

Jirí Fajt, Nürnberg als Kunstzentrum des Heiligen Römischen Reichs, Deutscher Kunstverlag, Berlin 2019

Kunstgeschichte, Sachbuch, Kunst, Tourismus, 19./20. Jahrhundert Sende Feedback »
In seiner überarbeiteten Habilitationsschrift aus dem Jahr 2009 ergänzt und aktualisiert der Autor seine umfassende und fundierte Arbeit zu der Stadt Nürnberg unter der Herrschaft Karl IV. Die europäische Perspektive, die dabei eingenommen wird, erweist sich als förderlich und zeigt auch, dass nationales Denken im 14. Jahrhundert so nicht existierte und eine für heute moderne Auffassung vorstellt. Die Stadt Nürnberg als Kunstzentrum wird von Fajt detailliert beschrieben und durch kunsthistorische und historische Quellenarbeit untermauert. Dabei werden immer wieder Bezüge zu den anderen Reichsteilen mit aufgenommen. Der Zeitraum erstreckt sich nur über 30 Jahre. In ihnen werden jedoch Grundlagen für das Nürnberg der Renaissance geschaffen. Im Zentrum der Kunst steht der Hofmaler Sebald Weinschröter, der mit seinen Arbeiten in Nürnberg einen eigenen Stil entwickelte und damit nachfolgende Künstler beeinflusste. So kann für diese Periode denn auch von einem geschlossenen Stil für Nürnberg gesprochen werden. Der Autor rekonstruiert abschließend das Gesamtwerk Weinschröters und befasst sich mit der Rezeption der Nürnberger Hofwerkstatt im Heiligen Römischen Reich. Die aufwendige Buchgestaltung und die zahlreichen Abbildungen tragen zur guten Lesbarkeit bei, was für eine Habilitationsschrift nicht unbedingt zu erwarten ist. Es handelt sich hier sicher um ein Werk, das das Potential zu einem Standardwerk für die Nürnberger Renaissance hat.

Peter Forster (Hrsg.), Ruf des Progressiven. Jugendstil und Symbolismus im Museum Wiesbaden, Deutscher Kunstverlag, Berlin 2019

Kunstgeschichte, Sachbuch, Kunst, Tourismus, 19./20. Jahrhundert, Architektur, Malerei, Skulptur Sende Feedback »
Das Museum Wiesbaden hatte das Glück durch die Schenkung von Ferdinand Wolfgang Nees, einen besonderen Schatz des Jugendstils erhalten zu haben. Die Komplexität des Neuzugangs gehört sicher im deutschen Raum zu den bedeutendsten der letzten Jahre für Museen und erhält dementsprechend auch viel Aufmerksamkeit. Das Museum legt nun einen Katalog mit dem neuen Sammlungsbestand vor, dehnte das Spektrum des Jugendstils auch auf die Stadt Wiesbaden aus und würdigt so den Jugendstil als Gesamtkunstwerk auch in der Architektur. Die Präsentation trägt dem auch Rechnung, indem Wohnräume geschaffen wurden, die dem Jugendstil vollständig verpflichtet sind. Selten können solche Räume in ihrer Geschlossenheit dem Besucher zugänglich gemacht werden. Die Vielfalt ist beeindruckend und macht das Museum zu einem neuen Zentrum des Jugendstils in Deutschland. Den Autoren gelang es, sensibel und kenntnisreich die Objekte einzuordnen und unter verschiedenen Aspekten zu betrachten. Abschließend wird noch ein Ausblick auf eine weitere Schenkung gegeben, die die museale Arbeit dem Leser verdeutlicht. Für alle Jugendstilfreunde und solche, die es werden wollen, ist das Buch eine Bereicherung und sehr zu empfehlen.

Lukas Madersbacher/Erwin Pokorny, Maximilian. Der Kunst des Kaisers, Deutscher Kunstverlag, Berlin 2019

Kunstgeschichte, Sachbuch, Kunst, Kulturgeschichte Sende Feedback »
Als Kaiser Maximilian 1519 starb, war es ihm nicht in dem Maße gelungen, wie er es sich vorstellte, seiner Erinnerung und seinem Vermächtnis fertigzustellen und zu manifestieren. Diese Problematik nahm das Landesmuseum Tirol zum Anlass, diese und andere faszinierenden Aspekte des Herrschens von Maximilian zu untersuchen. Auch wenn er oft in der Geschichtsschreibung als der »letzte Ritter« beschrieben wurde, waren ihm doch die Neuerungen der Renaissance vertraut und er nutzte sie auch. Als europäischer Herrscher gelang es ihm, Allianzen zu schmieden und sich der Kunst für seine Selbstdarstellung zu bedienen. So verfolgt der Katalog auch die Selbstdarstellung aus verschiedenen Perspektiven wie die Porträts, Maximilian als Autor, das Triumphzugsprojekt, die Darstellung in Druckstöcken oder auch seine Änderungswünsche für seine jeweilige Darstellung. Maximilian erweist sich dabei als Kind seiner Zeit, der durchaus omnipräsent, die ihm zur Verfügung stehenden Medien anzuwenden wusste. Gut recherchiert erschließt der Katalog dem interessierten Leser spannende Einblicke in eine nach wie vor ereignisreiche Zeit der Renaissance.
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