Birgit Witamwas, Geklebte NS-Propaganda. Verführung und Manipulation durch das Plakat, De Gruyter Verlag, Berlin 2016

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Das Plakat als Werbeinstrument ist auch im digitalen Zeitalter nicht wegzudenken und gehört nach wie vor zum klassischen Kanon der Werbemaßnahmen. Die Geschichte des Plakats ist ziemlich jung und reicht zurück ins Ende des 19. Jahrhunderts. Umso mehr nutzen Grafiker das neue Medium um Inhalte und Botschaften zu gestalten. In der Weimarer Republik mit den klaren Formen des Bauhauses und einer gesellschaftlichen Aufbruchstimmung nutzen auch die politischen Parteien das Plakat. Die jeweilige Formensprache trug wesentlich zum Erfolg bei den Wahlen bei. Nicht nur die SPD und KPD machten sich dieses Medium zu eigen. Wie erfolgreich auch die NSDAP war und wie die Plakate funktionierten veranschaulicht und analysiert diese Dissertation sehr gut. Neben den verwendeten Motiven stellt die Autorin auch Grafiker vor, die den Parteien ein grafisches Gesicht gaben. Mit diesem Buch wird ein wertvoller Beitrag zur Geschichte der NS-Zeit geleistet, der sich einem bisher wenig beachteten Aspekt widmet.

Maria Antonietta Terzoli und Sebastian Schütze (Hrsg.), Dante und die bildenden Künste. Dialoge-Spiegelungen-Transformationen, De Gruyter Verlag, Berlin 2016

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Im ersten Band der Reihe Refigurationen, italienische Literatur und bildende Kunst widmen sich die Autoren Dante. Sein Einfluss sowie seine Bezüge lassen sich über Jahrhunderte hinweg bis in die Gegenwart verfolgen. Das Buch richtet sich an ein wissenschaftlich interessiertes Fachpublikum, das sich bereits mit Dante und möglichst auch mit Kunst befasst hat. Die mehrsprachigen Aufsätze widmen sich verschiedenen Aspekte von Dantes literarisches Schaffen, wenngleich seine "Göttlichen Komödie" zweifellos in Vordergrund steht. Das Buch zeigt die vielfältigen Bezüge auf, die sowohl in der Buchmalerei, aber auch in kirchlichen Umgebungen zu finden sind. Die farbigen Abbildungen im hinteren Buchteil veranschaulichen und ergänzen auf sinnvolle Weise die Beiträge. Dieser Reihe, die einen wünschenswerten, interdisziplinären Ansatz verfolgt, ist mit diesem ersten Band ein sehr guter Einstieg gelungen und wartet auf Fortsetzung.

Thomas Hecken/Marcus S. Kleiner (Hg.), Handbuch Popkultur, J.B. Metzler-Verlag, Stuttgart 2017

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Der Metzler-Verlag legt hier ein langvermisstes Werk vor. In knappen und fundierten Aufsätzen stellen die Autoren wesentliche Aspekte der Popmusik und -kultur vor. Nachdem zunächst die musikalischen Grundvoraussetzungen erläutert und verschiedene musikalische Ausdrucksmöglichkeiten erörtert wurden, werden auch die gesellschaftlichen Veränderungen der Popkultur beleuchtet. Der wissenschaftliche Forschungsstand in seiner gesamten Breite findet ebenso seinen Raum wie der soziale Kontext. Den Beatles und deren Bedeutung wird zu Recht ein eigenes Kapitel gewidmet. Der Einfluss der britischen Gruppe kann kaum überschätzt werden. Sei es als Nachschlagewerk für die einzelne Suche oder für Überblicksdarstellungen, dieses Handbuch ermöglicht den Nutzer einen einfachen und trotzdem kompetenten Zugang zu einem der wichtigsten Kulturentwicklungen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts: musikalisch und gesellschaftlich.

Anja Piontek, Museum und Partizipation. Theorie und Praxis kooperativer Ausstellungsprojekte und Beteiligungsangebote, transcript-Verlag, Bielefeld 2017

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In ihrer Dissertation setzt sich Anja Piontek mit dem Thema der Partizipation in Museen und insbesondere in Ausstellungen auseinander. Da die Fragestellung der Partizipation im Museum bisher kaum erforscht wurde, konnte die Autorin Grundlagenarbeit leisten. Das versucht sie unter Einbindung vieler theoretischer und komplexer Forschungsansätze, die neben historischen Abrissen auch soziologische Aspekte mit einbeziehen. Die genutzten qualitativen Methoden zur Datenerhebung in Form von Fragebogen und Interview geben einen ersten Einblick in Praxis und Konzeption und Partizipation in Ausstellungen. Dabei werden auch die Teilnehmer berücksichtigt. Mit dem von Piontek entwickelten Dimensionenmodell legt sie eine gute Diskussionsgrundlage vor, dessen Relevanz für das Erarbeiten partizipativer Projekte noch nicht endgültig geklärt ist. Das war sicher auch nicht das Ziel. Die Dissertation greift die bisherige Diskussion auf und leistet einen Beitrag zur wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Trendthema Partizipation im musealen Bereich.

Joachim Eibach, Inken Schmidt Voges (Hrsg.), Das Haus in der Geschichte Europas. Ein Handbuch, De Gruyter, Berlin 2015

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Ein lang erwartetes Buch, welches sich einem scheinbar banalen Thema widmet. Jedoch das Gegenteil ist der Fall. Die Geschichte des Hauses in Europa vermag nicht nur viel über die Geschichte zu erzählen, sondern auch die verschiedenen Mentalitäten, die sich in den Völker aber auch in den geografischen Räumen niederschlägt wird hier gründlich und fundiert nachvollzogen. Die Autoren berücksichtigen in ihren Aufsätzen verschiedene Aspekte. Das Haus als Thema eignet sich hervorragend um fachübergreifend behandelt zu werden. Neben dem Forschungsstand im europäischen Kontext beschäftigen sich die Autoren mit der Wohnkultur und religiösen Ansätzen wie unter anderem dem frommen Haus, dem Wohnungsbau im Sozialismus oder sozialen Komponenten wie dem Mitwohnen im 19. Und 20. Jahrhundert. Auch die Interaktion zwischen dem Bewohner in den Häuser und sozialen Komponenten mit der Umwelt werden beleuchtet. Jedem, der sich mit historischen und gesellschaftlichen Aspekten des Hauses näher beschäftigen möchte, sei diese Buch empfohlen.
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